Strafverteidigung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu erfahren, dass man Beschuldigter in einem Strafverfahren ist. Zum Beispiel durch einen Strafbefehl, eine Hausdurchsuchung oder eine vorläufige Festnahme. In den meisten Fällen wird man jedoch eine polizeiliche Vorladung im Briefkasten finden. Diese fordert einen auf, zu einem bestimmten Datum bei einer bestimmten Polizeidienstelle zu erscheinen und eine Aussage als Beschuldigter zu tätigen.

Die goldene Regel: Zunächst mit dem Anwalt reden, nicht mit der Polizei

Was viele Betroffene in dieser Situation nicht wissen und was auch nicht eindeutig aus dem polizeilichen Schreiben hervorgeht: Man ist nicht verpflichtet zu diesem Termin zu erscheinen. Man hat das Recht zu schweigen.

Dieses Recht sollte jeder Beschuldigten in jedem Strafverfahren zunächst wahrnehmen, ganz unabhängig davon, ob die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wahr sind oder nicht.

Denn: Gegenüber den Strafverfolgungsbehörden, der Polizei oder der Staatsanwaltschaft ist der Betroffene in der Regel zunächst im Nachteil: Er hat nicht die juristische Ausbildung, um zu wissen, welche Möglichkeiten er nun hat, kennt nicht die prozessualen Mittel, derer er sich bedienen kann und schließlich hat er - zumeist - keine Erfahrung mit dem Ablauf eines Ermittlungsverfahrens.
Demgegenüber stehen Polizeibeamte - juristisch und vernehmungstaktisch bestens geschult - und eine Staatsanwaltschaft, die nach juristischem Studium in hunderten von Strafprozessen Erfahrung sammeln konnte.

Person in Handschellen

Kräftegleichgewicht wiederherstellen

Nun gilt es, besonnen zu handeln und zunächst das Kräftegleichgewicht wiederherzustellen:
Der Beschuldigte sollte sich - bevor er sich zu Vorwürfen äußert - um rechtlichen Beistand kümmern.

Ein Strafverteidiger kennt die zur Verfügung stehenden Mittel, wie die Abgabe von Stellungnahmen, die Stellung von Beweisanträgen, Widerspruch gegen belastende Beweise bei einem Verwertungsverbot etc.

Er ist juristisch ebenso wie der Staatsanwalt geschult, kennt die Verfahrenspraxis und hat die Erfahrung, um den Ermittlungsbehörden auf Augenhöge zu begegnen.

Erster Schritt: Akteneinsicht

In so gut wie allen Fällen wird ein Strafverteidiger zunächst Akteneinsicht beantragen. Aus der jedem Strafverfahren zu Grunde liegenden Strafakte ist der Stand der Ermittlung und die Beweislage wie Zeugenaussagen, Fotografien, Videoaufzeichnungen, DNA-Untersuchungen oder Protokolle einer Telekommunikationsüberwachung (Gespräche/SMS/Whatsapp) herauszulesen.

Die Verteidigungsstrategie entwickeln

Gemeinsam mit dem Beschuldigten wird ein guter Strafverteidiger die Beweislage erörtern und dann mit ihm überlegt und in Ruhe eine Verteidigungsstrategie entwickeln.

Hier ist von einer Vielzahl von möglichen Vorgehensweisen die Beste im jeweiligen Einzelfall in einer ausführlichen Beratung gemeinsam zu erötern:

Ob das Zurückweisen aller Vorwürfe oder ein volles Geständnis sinnvoll ist, Schweigen während des ganzen Verfahrens oder eine umfangreiche Stellungnahme, das volle Ausschöpfen aller prozessualen (Angriffs)mittel oder eine Zusammenarbeit mit den Behörden, entscheidet der Einzelfall.

Was können wir für Sie tun?

Hier werden wir Ihnen mit unserem Wissen und unserer Erfahrung zu Seite stehen: Wir werden die Einzelheiten der Vorwürfe strafrechtlich und prozessual auswerten, die Beweislage prüfen, und gemeinsam mit Ihnen eine Verteidigungsstrategie aufbauen, um damit die bestmögliche Lösung in Ihrem Fall zu erreichen.